Der Schatten

Der Schatten (Owning the Shadow) nach Paul Rebillot

Der „Schatten“ stellt das Gegenstück zu unserem idealen Selbstbild dar. Er steht für die negativen, sozial unerwünschten und daher unterdrückten und unbewussten Züge der Persönlichkeit.

Der Schattenprozess bietet die Möglichkeit, in einem geschützten Rahmen durch Rollenspiel, Maskenbau und viele andere Methoden die persönlichen Schattenanteile zu erforschen, d.h. die abgelehnten Bedürfnisse, Wünsche und Energien kennen zu lernen und auf lustvolle und kreative Weise zu erleben.

Dies kann Dich dabei unterstützen, alte Projektionen loszulassen und Schattenanteile in die eigene Person zu integrieren.
Bitte beachte, dass die Heldenreise Grundvoraussetzung für die Teilnahme am Schattenseminar ist.

  • Deinen Schatten entdecken.
  • Die Maske erschaffen.
  • Deinen Schatten leben.
  • Die Maske abnehmen.

Unsere Projektionen

Unserer „Schattenseite“ blicken wir oft dann ins Auge, wenn wir uns über andere Menschen aufregen oder übertrieben auf andere reagieren. Jemand, der z.B. pausenlos arbeitet und sich über die Faulheit der anderen beklagt, sehnt sich in seinem Innersten vielleicht nach einem unbeschwerteren Leben. Der andere erscheint uns vor allem deswegen finster oder suspekt, weil wir eine entsprechende Brille tragen, die ihn dunkel und unheimlich erscheinen lässt. Diesen Mechanismus bezeichnet die Psychologie als „Projektion“.

Persönlichkeitsanteile (Eigenschaften, Denk- und Erlebnisweisen) die wir uns ungern eingestehen oder Anteile, die wir nie richtig wahrgenommen haben, wurden ins Unterbewusstsein verdrängt. Dort entfalten sie meist eine erhebliche Dynamik und Wirksamkeit. Sie beeinflussen unsere Wahrnehmung, unser Verhalten, Denken und Fühlen. Wenn die Integration des Schattens unterbleibt, kommt es zu einer Projektion nach außen, auf Objekte, andere Personen oder Gruppen. Auf diese Weise entstehen u.a. Vorurteile, das bekannte „Sündenbock-Syndrom“ und auch Phänomene wie Fremdenfeindlichkeit und Rassismus. Je mehr man diese Persönlichkeitsanteile ablehnt, verdrängt und auf andere projiziert, desto mehr werden dabei Teile der eigenen Person negativ bewertet, nicht erfahren und gelebt. Die damit verbundenen Bedürfnisse werden unterdrückt und aus dem Bewusstsein verdrängt.

Die Schattenmaske

Kreativer Schwerpunkt des Schattenprozesses ist die Entwicklung seiner eigenen Schattenmaske. In ihr bündeln sich all die Gefühle und Erfahrungen, die im Laufe unseres Lebens unseren „Schatten“ herausgebildet haben. Dieser „Schatten“ wird sehr oft auch zu einer Maske in unserem Leben. Nur noch „masken-“ und schablonenhaft reagieren wir auf viele Situationen in unserem Leben.

Durch die Bewusstwerdung dieses Mechanismus, dadurch, dass wir unseren Schatten lebendig werden lassen und am eigenen Leib erfahren, wird die Kraft wieder frei gesetzt, die zuvor durch die „unerlösten“ Persönlichkeitsanteile gebunden war. Diese ganzheitliche Erfahrung ermöglicht es, die meist schon in der Kindheit abgespaltenen Persönlichkeitsanteile wieder in die eigene Person zu integrieren. Zudem wächst ein Verständnis dafür, wie sehr das, was man an sich selbst nicht sehen möchte, unbewusst das eigene Erleben der Welt bestimmt. Statt andere mit Macht verändern zu wollen, können wir unsere Aufmerksamkeit auf die „Nachentwicklung“ unserer eigenen Schattenseiten richten. Der nächste Schritt im Schattenprozess ist dann das Abnehmen all unserer Masken. Plötzlich wird spürbar, was Leben und Begegnung ohne Masken sein kann.

Die Auseinandersetzung mit dem eigenen „Schatten“ erleichtert es einem, sich selbst und andere in aller Unvollkommenheit verstehen und annehmen zu lernen. Seine Integration in die Gesamtpersönlichkeit zählt nach Jung indes zu den zentralen Aufgaben des menschlichen Reifeprozesses.

Die Ziele des Seminars

Nach dem Schatten erleben sich viele Teilnehmer lebendiger. Dieser Prozess des Lernens wird durch die Bewusstmachung eigener Mechanismen ausgelöst. Die Folge daraus ist, dass die Teilnehmer ihr Leben für sich und ihre Umwelt besser gestalten können. Dies bringt oft ein deutlich höheres Maß an Zufriedenheit, Ausgeglichenheit, positiver Ausstrahlung und zwischenmenschlichem Glück mit sich.

Auf diese Fragen findest Du eine Antwort:

  • Wie fühle ich mich im Licht und wie im Schatten?
  • Wie sieht mein Schatten aus?
  • Welche Situationen sind für mich unakzeptabel und wie gehe ich damit um?
  • Welches Laster ist meines Schattens Lust?
  • Was bestimmt das Denken, Fühlen und Verhalten meines Schattens?
  • Wer bin ich ohne Maske? Wer bin ich ohne meinen Schatten?

Der Schatten ist ein tiefgehender Bewusstwerdungsprozess, um

  • neue Möglichkeiten zu entdecken, mit starken Gefühlen wie Angst, Eifersucht, Aggression, Lethargie oder (Selbst-)Hass umzugehen
  • den unbewussten Dynamiken hinter persönlichen Problemen auf die Spur zu kommen
  • mit diesen Projektionen und Ängsten in Zukunft anders umzugehen
  • konfliktfähiger zu werden und mehr in die eigene Kraft zu kommen
  • einen tiefen verstehenden und versöhnlichen Blick hinter die eigene „Maske“ zu werfen

Die Methoden des Seminars

In Einzel-, Partner-, und Gruppenübungen arbeiten wir mit den drei Ebenen Verstand, Körper und Gefühl. So entsteht eine ganzheitliche Erfahrung, die wirkliche Veränderung ermöglicht. Im Schatten kombinieren wir verschiedene Formen der Selbsterfahrung:

Imaginationsübungen (Phantasiereisen), Meditation (Achtsamkeitsübungen z.B. nach Kabat-Zinn), progressive Muskelentspannung nach Jacobson, Inszenierungen, Körper- und Gestaltarbeiten, Rollenspiele, Ritualarbeiten, Tänze, Atemübungen sowie Ausdruck und Bewegung.

Im Vordergrund steht die Entwicklung, der Bau und die Erfahrungen mit der eigenen Schattenmaske. Die kreative Arbeit beim Bau und die Erlebnisse mit ihrer eigenen Maske finden viele Menschen faszinierend. Diese Art sich mit seinen eigenen existenziellen Themen auseinanderzusetzen, spannt ein weites „clownsches Feld“ zwischen Tragik, Humor und Schönheit.

Die außerordentliche Kraft des Schattenprozesses resultiert, wie bei den anderen Seminaren auch, vor allem aus der Kombination der angewandten Methoden und der gleichwürdigen Gestalthaltung, die unserer Arbeit zugrunde liegt.

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